Zentrum für Luft- und Raumfahrt erhält Brandenburgischen Architekturpreis 2007

Infrastrukturminister Reinhold Dellmann und der Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer Bernhard Schuster haben heute in Eberswalde die Preisträger des 7. Brandenburgischen Architekturpreises geehrt.

74 Teilnehmer hatten sich mit Gebäuden und Anlagen aus den Jahren 2004 - 2006 beworben, eine hochkarätig besetzte Jury bewertete die Arbeiten und vergab nach Bereisung der engeren Wahl 6 Auszeichnungen.

Infrastrukturminister Reinhold Dellmann: „Beispiele für zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten sowie Denkanstöße für das Bauen im Bestand zählen 2007 zu den wichtigsten Botschaftsträgern im kleinen wie im großen Maßstab. Ideenreiche Privatinitiativen, selbstbewusste Projekte der öffentlichen Hand und innovative Technologiezentren bezeugen das kreative Potential in unserem Land. Hier zeigt sich, was moderne Architektur im städtebaulichen Kontext leisten kann, um Lebensqualität zu steigern, Standorte zu stärken und Identität zu schaffen. Wir wollen mit Architekten und Bauherren gemeinsam daran arbeiten, dass Brandenburgs Städte und Dörfer noch schöner werden.“

Kammerpräsident Bernhard Schuster: „Unsere Preisträger zeichnen sich aus durch ihren Mut zu starken, klaren Positionen, aber auch durch eine ganz große Feinfühligkeit gegenüber den speziellen Anforderungen des jeweiligen Ortes. Dafür möge der Preis allen Architekten und Bauherren ein Ansporn sein: Sich erst intensiv mit dem Ort auseinanderzusetzen - mit seinem Zustand, seiner Geschichte und seiner Umgebung - und dann ein echtes Zeitzeichen zu setzen. Also Kapieren und nicht Kopieren: Baukultur entsteht nicht aus der Wiederholung vergangener Formen, sondern aus der immer neuen Suche einer eigenen, Zeit, Ort und Zweck gemäßen Form.“

A Preisträger des Brandenburgischen Architekturpreises ( 6 x 1.500 €):

Zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten:
Haus Michael in Althüttendorf (Barnim)
Architekt: Johannes Modersohn / Bauherren: Annette Michael, Reinhard Binder
Das kleine Haus am See zeigt, wie mit wenigen Materialien und einfachen technischen Mitteln eine Architektur entsteht, die starke Eigenständigkeit besitzt und sich zugleich unaufdringlich in den dörflichen Maßstab einfügt.

Zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten:
Land- und Amtsgericht in Frankfurt (Oder)
Architekten: Detlef Junkers, Georg Bumiller / Bauherr: Land Brandenburg, Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen
Der monolithische Kubus aus Sichtbeton betont die Unabhängigkeit der dritten Gewalt im durch backsteinerne Kasernenbauten geprägten Behördenzentrum, trotz formaler Strenge wirkt er nicht starr, sondern bietet vielfältige Raumerlebnisse von hoher Qualität.

Zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten:
Zentrum für Luft- und Raumfahrt Schönefelder Kreuz in Wildau
Architekten: Georg Gewers, Prof. Swantje Kühn, Oliver Kühn / Bauherr: Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald mbH
Die liegenden Formate und horizontalen Verschattungselemente der Fassaden lassen das Gebäude als „schnelle“ Karosse erscheinen - ein der Bauaufgabe angemessener Eindruck und neuer Beitrag für den traditionellen Industriestandort.

Beispielhafte Lösungen für das Bauen im Bestand:
Umbau und Erweiterung der Grundschule in Schulzendorf
Architekten: Sascha Zander, Christian Roth / Bauherr: Gemeinde Schulzendorf
Eine nahtlose Hülle aus geflochtener Weide verbindet den Plattenbau mit zu beiden Seiten angefügten Erweiterungen, innen prägen zwei durch die Anbauten entstandene Lichthöfe sowie fröhliche Farben die zentralen Räume.

Beispielhafte Lösungen für das Bauen im Bestand:
Denkmalgerechte Instandsetzung und Umbau der ehemaligen ADGB-Bundesschule in Bernau
Architekten: Winfried Brenne, Franz Jaschke / Bauherr: Handwerkskammer Berlin
Das großartige Zeugnis der Bauhausmoderne wurde grundlegend saniert - dabei gelang es, Raumstruktur, Materialität und Farbigkeit der Erbauungszeit zurückzugewinnen, aber auch die Baugeschichte wurde gewahrt und auf hohem Niveau fortgeschrieben.

Vielfalt der Stadt- und Siedlungsfunktion, der Stadt- und Ortsbildgestaltung:
Fuß- und Radwegbrücke über die Spree in Cottbus
Architekt: Henry Ripke / Bauherr: Stadt Cottbus, Tief- und Straßenbauamt
Die 38,5 Meter lange Brücke schwingt sich mit konvexer Auswölbung leicht und elegant über die Spree, wie transparent in der natürlichen Umgebung und doch markant durch das orangefarbene Brüstungsgeländer, das nachts von Lichtbändern erhellt wird.

B Preisträger Förderpreis für junge Architekten ( 1 x 3.000 €):

Haus Clemen in Mittenwalde
Architektin: Stefanie Clemen / Bauherren: Stefanie und Carsten
Der Neubau eines Einfamilienhauses ermöglicht Wohnen und Arbeiten unter einem Dach, größtmögliche Funktionalität und Flexibilität der Nutzung und verbindet einen hohen gestalterischen Anspruch mit ökologischem Bauen und Passivhausstandard.

Anerkennungen erhielten ein Einfamilienhaus in Ihlow, ein Lehrgarten in Steinhöfel (beide Märkisch Oderland), ein Stadtplatz sowie eine Parkbrücke in Baruth.

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Pressemitteilung  

  

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